Kinder, ihre Fragen und der Geduldsfaden der Eltern!

 

 

Kinder haben in jedem Alter viele Fragen an uns Erwachsene. Das ist gut und wichtig. Auch meine Kinder haben mir oftmals Löcher in den Bauch gefragt. Aus unterschiedlichen Gründen. Jede Frage hat einen anderen Grund, wieso sie gestellt wird und ein anderes Ziel. Nicht immer und nicht jede Frage löste bei Eltern Freude darüber aus, wie wissbegierig das Kind ist. Manche Fragen werden unbewusst oder doch bewusst zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt gestellt, wo Eltern einfach gerade echt keine Zeit haben und es wirklich schwer ist in Ruhe nur zu antworten. Vielleicht auch weil man gerade gedanklich gerade sehr mit anderen Dingen beschäftigt ist. Andere Fragen wieder, sind der Beginn von kräfteraubenden Endlosdiskussionen.

Hier ein kleiner Einblick in die Welt der Fragen von Kindern, die sie verstehen lässt und somit ein Ausstieg aus nicht enden wollenden Fragen möglich macht.

 

Informationsfrage

„Wie geht diese Rechnung?“ „Wie schreibt man das?“ „Kommt morgen die Oma?“

Alles Fragen, die „nur“ eine Antwort haben wollen, deren Ziel eine Information ist. Wenn diese Information ausreichend war, dann ist die Fragestunde auch mit der einen einzigen Antwort beendet.

 

Verständnisfrage

„Wieso ist es heute schon dunkel?“ „Wieso mögen Hunde keine Katzen!“

Kinder wollen die Welt verstehen und das gelingt nur, wenn sie sich das Wissen erfragen. Es kann sein, dass diese Frage wiederholt wird oder, dass sie immer wieder kommt. Eltern wissen dann genau, dass sie doch schon öfter versucht haben, das zu erklären. Wenn sich diese Frage wiederholt, dann hat das Kind diese Antwort noch nicht verstanden oder noch nicht ganz verstanden. Und versucht es eben nochmals. In der Hoffnung, vielleicht erklärt man mir es diesmal anders und ich verstehe es dann. Die Frage wird sich so lange wiederholen, bis das Kind für sich eine stimmige Antwort bekommen und keine Fragezeichen mehr im Kopf hat. Vielleicht probieren Sie es mit anderen Worten zu erklären. Und gerade in Gesprächen mit Kindern immer ein guter Gesprächstipp sind kurze Sätze, die es Kindern leichter machen, das Wissen im Hirn aufzunehmen. Lassen Sie ruhig eine Pause zwischen dem einen und dem nächsten Erklärungssatz. Das macht es Kindern leichter „es“ zu verstehen.

 

 

Fragen in vielen Varianten

Manchmal stellen Kinder auch Fragen „nur“, weil sie sich eigentlich gerne unterhalten würden. Kommunikation ist Nähe, ist Beziehung und diese versuchen Kinder manchmal auch mit einer Frage herzustellen. Das kann man sehr gut daran erkennen, dass Kinder häufig gar nicht wirklich an der Antwort interessiert sind. Häufig gehen sie gar nicht genauer in ihrer Frage auf etwas ein oder lassen uns Erwachsene auch gar nicht antworten. Sie wollen dann einfach nur gemeinsame Zeit, Aufmerksamkeit, Zweisamkeit. Diese Fragestunde kann man gut mit Zuwendung beenden und vielleicht mit einem gemeinsamen Spiel.

 

 

 

Hintergründe – „WARUM nicht“

Kinder wollen oft wissen, „warum nicht“? Diese Frage wird sehr gerne dann gestellt, wenn sie Informationen haben wollen, was dagegenspricht, dass zum Beispiel die Freundin da schlafen darf. Eltern sind dann sehr bemüht, mit guten Gründen ihre Entscheidung zu begründen, in der Hoffnung, dass das Kind die Meinung der Eltern versteht und akzeptiert! Meistens ist es aber umgekehrt. Das Kind kennt jetzt ihr „Warum nicht“ und versucht, es mit guten Argumenten zu widerlegen, so lange bis es an sein Ziel kommt! Vielfach ist das der Beginn einer kräfteraubenden Diskussionsrunde. Und mal ehrlich, wie oft schaffen es die Kinder? Ich bin ehrlich, ich habe einen Argumentationsweltmeister zu Hause sitzen. Und Sie? Wir haben immer viel diskutiert und es gab immer wieder Situationen in denen wir so auch auf einen gemeinsamen Weg gekommen sind.

 

Die „WO ist“ Frage

Wer kennt diese Frage nicht? „Mama wo ist meine Geldbörse?“ In den allermeisten Fällen funktioniert diese Frage auch, denn die Mama sucht dann! Vorsicht, denn diese Frage wird ganz häufig „nur“ gestellt, weil sich das Kind die Suche ersparen möchte. Vielleicht stellen sie künftig die Gegenfrage „Wo hast du denn schon überall gesucht?“ oder „Wo hast du sie zuletzt gehabt?“

 

 

 

Das war eine Übersicht über die häufigsten Fragen von Kindern. Die WARUM Frage selbst hat auch noch einmal einige verschiedene Bedeutungen und Hintergründe. Auf die ich in diesem Beitrag jedoch nicht eingegangen. 


 

 

 

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22. September 2021

 

 

 

 

Michaela SAUER

Dipl. Lebens- und Sozialberaterin,

Autorin,

Familiencoaching

Kommunikationstrainerin

 

 

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